Geht wieder und weiter geht’s

by redhairedprince

Zuhause im Keller sitzen drei große Plastikkisten. In denen befindet sich mein Hausstand, wenn ich mich zu diesen langen Probenphasen begebe. Der Inhalt gibt mir so eine gewisse Häuslichkeit während ich “on the road” lebe … z.B. ordentliches Kochgeschirr, eine kleine Saeco Espressomaschine, gemütliches Bettzeug, die DVDs der Löwengrube usw.

 

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Also am Mittwoch letzter Woche zu Sixt um den bestellten Kombi zu holen – war natürlich keiner da … mußte ein Tantrum werfen und habe einen (sehr billigen) Touran bekommen. Karre beladen (das dauert) und nach Gera gefahren um – mit immer noch sehr wackeliger Stimme – meine letzte Ariadne – und meine letzte Vorstellung dort für längere Zeit zu singen. War ein wunderschönes Licht auf der Fahrt.

 

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Vorstellung ging so mit Ach und Krach … ich war aber ganz zufrieden eingedenk der Tatsache, daß ich drei Wochen nicht mehr gesungen hatte. Liebe Freunde waren gekommen, um sich die Vorstellung anzusehen, mit denen ich dann doch noch bis um Eins zusammengehockt bin.

Am nächsten Morgen um fünf aufgestanden, in die Karre gehockt und ab nach Heidenheim ! Nach rasanter Fahrt den Schlüssel für’s Schwesternheim (Krankenschwestern – nicht heilige) abgeholt, wo ich untergebracht bin. Krankenhäuser haben doch immer sowas leicht morbides … aber das Zimmer ist ganz ok, mit hübschem Blick in die Zimmer der Psychatrie. Dann um 11 Künstlerempfang im Schloß – wo auch die Aufführungen openair sein werden – durch den Oberbürgermeister der Stadt Heidenheim. Alles sehr nett und freundlich, die ersten Kollegen kennengelernt und es stellt sich schon ein wenig Festspieleuphorie bei mir ein. Das Gefühl hatte ich ganz vergessen – traumhaft. Dann erste musikalische Proben – immer noch mit sehr wackeliger Stimme – aber in dem Augenblick wird mir klar, daß das hier eine tolle Produktion wird. Irre Sänger, phantastischer Enthusiasmus … hach !

Am Samstag dann die offizielle Eröffnung der Festspiele durch das Wanderer Trio zu dem wir eingeladen sind. Herrliches Konzert und sehr nettes Zusammenhocken nachher. Sonntag weitere musikalische Proben, aber die Stimme knickt ein und ich muß schon wieder pausieren … gut daß das nicht langsam nervt !

Montag Konzeptionsprobe .. Konzeptionsprobe is’, wenn sich der Regisseur versucht auszudrücken, was er vorhat. Beim Hermann Schneider ist das auch echt kein Problem, der stellt sich hin und erzählt ohne Steckenbleiber zwei Stunden das Stück aus seinem Blickwinkel, sodaß in meinem Kopf der Florestan schon als völlig neue Figur geboren wird – jetzt ist das Glück komplett – auch noch ein guter Regisseur … daß wird eine tolle Zeit hier….