Höllentour (vorläufig ?) letzter Teil …

by redhairedprince

also… am Ostermontag losgefahren nach Gera – zum erstenmal Mitfahrzentralmitfahrer mitgenommen – nett. Dann noch von Gera in die Altenburger Treppengassenpension und ein wenig Trübsal geblasen. Am nächsten Morgen mit Kollege Wouterse beim Frühstück Unsinn geredet und ein bischen Spaß gehabt … auf geht’s zur letzten Vorstellung Wallenstein..

Lief tadellos und danach noch Probe für die Herrenszenen von Manon Lescaut … war ein wenig wirr, da die anderen Herren die Probe unter der Aufnahme von Bier gestaltet haben … ging aber trotzdem … dann sind alle nach Gera abgezischt und ich hatte das Vergnügen eines einsamen Abends in Altenburg – war irgendwie weniger krass als gedacht…

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Schloß Altenburg

Nächster Morgen letztes Frühstück in der netten Treppengasse, danach Abfahrt nach Oldenburg … zwischen Halle und Magdeburg war schon wieder Schluß mit Fahren – Stau Nr. 1, danach noch mehr Stau und Stau und Dreckstau … acht Stunden Fahrt von Thüringen nach Oldenburg !! Also dort ab in’n Eversten Holz und Wut aus’m Bauch laufen … absolute Rekordzeit ! Dann inner Innenstadt was gehappt und ab inne Betten …. Recht gut geschlafen und langsame, ordentliche Vorbereitung auf die Cardillacvorstellung am Abend – eingendenk dessen, daß ich mich nach der Vorstellung ja in’s Auto hocke und noch zurück nach Gera fahre. Habe mir vorgenommen ie Plärrrolle so italienisch wie möglich zu singen und das hat echt gut hingehauen … echt gut !

Dann noch ein bischen mit den Kollegen geschwatzt ab in’s Auto und für die o.g. Strecke diesmal keine acht Stunden, sondern drei Stunden 45 Minuten gebraucht … dann noch ‘ne halbe Stunde beim Hoteleinchecken genervt worden – wenn man zu blöd für’n Computer is’ soll man Papier benutzen …

Kurz geschlafen, gut gefrühstückt und ab zur Probe um 11 Uhr Früh … Ausrine Stundyte kennengelernt – boah was für ein Sopran ! Probe hat schon so viel Spaß gemacht ! War anstrengend, aber hat einem richtig Lust auf den Abend gemacht !

Manon Lescaut geht so: ein wüschtes Mädel soll in ein Kloster gebracht werden um Anstand zu lernen. Bei einem Zwischenstop verliebt sich der zynische Student DesGrieux in sie. Manons spielsüchtiger Bruder Lescaut hat inzwischen Manon an einen alten Lustgauner verscherbelt. Manon flüchtet mit DesGrieux…. aber nicht für lange. Die luxussüchtige Manon hat DesGrieux verlassen und ist zum Lustgauner gezogen, wo sie von ihrem jugendlichen Lover zur Rede gestellt wird und sich entschließt, doch wieder zu DesGrieux zurückzukehren … nicht ohne ein paar von den hübschesten, teuersten Geschenken des Lustgauners mitgehen zu lassen. Der stopt die Flucht und zeigt Manon wegen Diebstahls an – was zu ihrer Inhaftierung und zur Verurteilung zu Deportation nach Amerika führt. Bei der Abfahrt in LeHavre unternimmt DesGrieux einen erfolglosen Befreiungsversuch und beschließt als Schiffsjunge Manon nach Amerika zu folgen. Manon und DesGrieux finden sich auf der Flucht aus einem Strafgefangenenlager in den Sümpfen Lousiannas wieder, wo Manon in den Armen ihres Geliebten an Erschöpfung stirbt.

Der Abend war dann der Traum – toll Musik gemacht, irre gespielt, satt Applaus abgesahnt … was für eine Derniere für eine der schönsten Produktionen, an der ich je teilgenommen habe. Vielen Dank an die Kollegen !!! Danach noch’n paar Bier und abschlafen, um die vom Sopran bei der Kusszene angebissene Lippe zu heilen.

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Am nächsten Morgen nach Nürnberg, Frau und Schwiegermutter aufgegabelt und in das liebreizende Autbahnexpressholidayhotel eingecheckt… wieder schlafen. Sonntag Früh dann kurze Abstimmung mit dem – an diesem Morgen um sieben aus Costa Rica zurückgekehrten – Organisten und auf der Erstkommunion der Nichte hübsch Mendelssohn gesungen. Bissle Waan, bissle Bier, bissle frängisches Essen, Schlafen und ab nachhause.

Höllentour vorbei – eigentlich gar nicht so schlimm … bis sich meine arme Stimme heute den Strauss zum erstmal seit Ewigkeiten rausgequält hat … geht die Höllentour etwa weiter ?